„Bitte mein Kind, pass auf!“
Diese Warnung hat wohl jedes Kind schon oft von seinen Eltern gehört. Vieles im täglichen Leben wird als Gefahr für das eigene Kind empfunden. Manche Lebensbereiche werden aber subjektiv als weniger bedrohlich eingestuft.
Dazu gehört leider auch das eigene Auto! Hier einige Tipps zur Vermeidung von Unfällen im Heimbereich und im Fahrzeug.
Fenstersicherung zum Kleben oder Anschrauben, gegen Öffnen und Zuschlagen gesichert, kann nur einen kleinen Spalt geöffnet werden.
Kantenschutz mit Connector schützt das Köpfchen nicht nur
von oben, sondern auch von unten, transparent, kein Bohren.
Steckdosenschutz - drehbar, weiß oder transparent, wird mittels Klebe-Etikett eingeklebt.
Herdschutzgitter mit Schalterabdeckung, transparent oder weiß, ständige Schalterabdeckung.
Treppenschutzgitter 75 – 82cm, Verlängerung möglich, mit akustischem Alarm. Schützt vor unerwünschten Ausflügen.
Die wichtigsten Schutzsysteme:
Für die „Kleinsten“ (bis etwa 15 Monate)
Babyliegeschalen (BLS) dürfen nur entgegen der Fahrtrichtung und nur mit Dreipunktgurt (bis auf 1 Ausn.) befestigt werden. Bei einem Unfall wird das Kind breitflächig abgestützt.
Vorsicht: Bei Beifahrersitz mit aktivem Frontairbag ist die Verwendung von rückwärtsgerichteten Kindersitzen strikt verboten! Bei neueren Autos kann Frontairbag deaktiviert werden.
Für die „Mittleren“ (von 1 bis 4 1/2 Jahren)
Hosenträgersysteme: Komfort durch mehrfache Liegeverstellungen. Schultergurte: (bei kleineren Kindern Risiko für Halswirbelsäulenverletzungen),
komplexe Montage und Verwendung, mehr Fehlermöglichkeiten.
Dreipunktgurtsysteme: einfache Montage, Kombinationssitz für mehrere Gewichtsgruppen. Große Sitzschale, Problem: Anpassung des Gurtverlaufes für sehr kleine Kinder, bedingt geeignet für Kinder bis 15 Kilo. Unverzichtbar ist ein Probeeinbau in Ihrem Fahrzeug.
Für die „Großen“ (von 4 bis 12 Jahren)
In diesem Gewichtsbereich Sitzkissen in Kombination mit höhenverstellbarer Schlaf- oder Rückenstütze verwenden. Gurthaken am Sitzkissen gewähren exakte Beckengurtführung. Schulterlehne ermöglicht Führung des Schultergurts mittig zwischen Hals und Schultergelenk. Durch „Ohren” an der Rückenlehne guter Schutz des Kopfes bei seitlicher Kollision. Sitzkissen in Kombination mit Dreipunktgurt zulässig.
Lexikon der Fachbegriffe
ALR/ELR/(KISI)System
Mechanische Einrichtung, mit der ein Automatikgurt blockiert werden kann.
Automatikgurt
Sicherheitsgurt mit Aufrollautomatik.
Babyliegeschale (BLS)
Überbegriff für sämtliche gegen die Fahrtrichtung verwendbaren KRS der ECE-Gewichtsgruppen 0 und 0+.
Becken-/Zweipunktgurt
Fahrzeugsicherheitsgurt, der nur an zwei Punkten an der Karosserie befestigt ist (zumeist hinten in der Mitte).
Dreipunktgurt
Fahrzeugsicherheitsgurt, der mit drei Punkten an der Karosserie befestigt ist.
Fangkörpersystem
Ein vorwärtsgerichtetes KRS, bei dem das Kind mit einem sogenannten Fangkörper gesichert wird.
Gurtschloss
Starrer Teil des Sicherheitsgurtes, in den die Schloßzunge eingesteckt wird.
Gurtschlosszunge
Metallteil am Gurtband, welches ins Gurtschloss eingerastet wird
Gurtstraffer
Einrichtung, die bei einer Kollision den Fahrzeugsicherheitsgurt blitzartig vorspannt.
Hosenträgersystem
Ein KRS, bei dem das Kind mit mehreren Gurtteilen gesichert wird, die wie Hosenträger über den Körper verlaufen.
Integrierte Kindersitze
Systeme, die fest im Fahrzeug eingebaut sind.
Isofix
Bezeichnung für eine weltweit genormte, starre Steckenverbindung zwischen Kindersitzen und Fahrzeugkarosserien.
Kombinationssitze
KRS, die über zwei oder mehr ECE-Gewichtsklassen verwendet werden können. KRS Abkürzung für Kinderrückhaltesystem, englisch: CRS.
Diese Ratgeber-Fibel stellt nur einen Auszug aus dem umfangreichen Sicherheitsprogramm dar und hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit!